ChillOut! Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist

Tour: Chillout!
Tag 8: Laboe – Strande – Förde – Wendtorf
Etmal: 15 sm
Crew: Nicole, Nicola, Marc, Knut
Datum: 8. Juli 2022

Der Wecker klingelt. Ich schaue raus und die Sonne scheint. Fein: ein laues Lüftchen von 2-3 Bft weht. Es scheint ein guter Tag zu werden, auch wenn es sich wieder etwas bewölkt.

Der Tankwart ist ein Diesel-Flüsterer und redet mit unserem Dieseltank!

Nach einem kleinen Frühstück wollen wir in Strande tanken. Da sagt doch Nicole: Mensch da segeln wir gerade hin… Gesagt, getan: raus aus dem Hafen, Lappen hoch und rübergesegelt. Die Tankstelle ist frei, festmachen verboten. Das macht nur der Tankwart, und da achtet er drauf, nett und fordernd 🙂 er legt das Ohr an den Tank und tankt auch selber. Es scheint fast so, als wenn er die Dämpfe „erschnüffelt“. Aber er hört am gluckern des Diesels, wann der Tank voll ist.

Achtung: Schmetterlinge auf dem Deck!!

Weiter geht’s in die Förde. Hinter LT Friedrichsort geht Nicole mit ChillOut! vor den Wind und wir fahren „Schmetterling“. Dabei sind Fock und Großsegel wie ein Schmetterling gesetzt für maximalen Winddruck im Segel im Vorwindkurs: Groß an Backbord, Fock an Steuerbord.

Ein sehr schwieriges Mannöver, da die Selbstwendefock eher klein ist und für das Groß das Risiko einer Patenthalse besteht: das schnelle rumschlagen des Großsegels von einer auf die andere Seite. Aber wir sind Profis und treffen Vorkehrung, dass das nicht passieren kann.

Erfolgreiche Retourkutsche vom Bootsmann Jörg

Gestern… Ich vergaß zu berichten… da hat Bootsmann Jörg doch glatt eine WA geschrieben, dass die Endreinigung nicht durchgeführt werden kann. Das war erstaunlich. Da müsste ich erstmal zurückrufen… Lachen ist gesund. Nach der Dieselaffaire war das eine coole Aktion :-)))) Jetzt also zurück zu ihm zur Basis. Mal sehen, was er noch so drauf hat 😮

Zurück geht es zur Basis, wir haben uns für 14:00 avisiert.

Wie segeln aus der Förde raus. Mit abnehmender Landabdeckung werden wir schneller und krängen mehr. Es kommt richtiges Segelfeeling. Nicole ist in ihrem Element. Wir fahren 7.6 kn bei 8 kn maximaler Rumpfgeschwindigkeit und halben Wind. Wir umfahren das Flach des Au-Hakens und fahren gen Wendtorf Ansteuerungstonne mit einer Q-Wende. Halsen bei 6kn Wind wollte ich nicht. Wir bergen die Segel.

Achtern anlegen bei 5 Bft im Hafen.

Der Wind nimmt stetig zu. Draussen. Im Hafen sind auch ordentliche 5 kn Wind. Wir fahren in die Boxengasse. Ich suche die Box und versuche rückwärts einzulaufen… FAIL.

Meine Reaktionszeit ist zu lang und ich treffe die richtige Linie nicht. So breche ich das Anlegemannöver ab, fahre aus der Boxengasse und nehme einen neuen Anlauf. Jetzt weiss ich ja, wo die Box ist. Marc und Nico haben die Vorleinen im Griff, legen sie über die Poller und halten den Bug in der Mitte der Box. Nicole packt mit dem Bootshaken die Sorgeleine und stabilisiert hinten, ich ziehe uns mit dem Motor rein und Bootsmann Jörg übernimmt freundlichweise die Leinen am Steg.

Frei nach Alfred Hitchcocks „Die Vögel“ verteidigen die Möwen ihr Nest

Einige Möwen haben im Poller der Stege wohl ihr Nest, direkt neben unserer Box. Die Möwen fliegen kreischend über unseren Köpfen und starten Angriffe auf uns, um ums zu vetreiben. Natur pur.

So ist unsere Reise jetzt zu Ende. Das Boot liegt am richtigen Platz, alle sind gesund und zufrieden, dem Boot geht’s gut, und wir machen später eine unproblematische Übergabe. Bootsmann Jörg ist ein cooler Knaller.

Die Crew ist ein tolles Team, alle Mannöver gingen zum Schluss richtig locker von der Hand. Eigentlich wäre es gut jetzt noch eine Woche mit der Crew anzuhängen, aber man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist.

Danke an die Crew. Danke Jörg. Bis zum nächsten Mal.

Der Butterfly

Die Möwen nisten im Poller am Steg und verteidigen ihr Revier